Wer eine Reise tut …, 14.7.2018 – Nachlese

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„Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen.“ (Marcel Proust). Diesen Anspruch stellte die litbox2 mit seiner Autorin Petra Ina Lang und seinem Autor Walter Laufenberg beim fünften Themenabend. Der Begriff „Reisen“ war weit ausgelegt -  im Sinne Prousts waren die Augen einmal nach Innen, zur eigenen Identität, und einmal nach außen, in ferne Länder gerichtet. Im Mittelpunkt beider Betrachtungen: der Reisende selbst.

Den Anfang machte Petra Ina Lang. Ihr Romanprojekt „Der letzte Wille“ folgt der Suche der jungen Mara Appelt nach ihren leiblichen Eltern. Schon früh weiß diese um ihre Adoption, doch erst mit dem Heranwachsen und als junge Frau wächst die Sehnsucht nach dem Wissen um ihre tatsächliche Herkunft. Was bedeutet es zu erfahren, dass es neben den erziehenden Eltern noch jemand anderen gibt, die Vater und Mutter sind? „Wieso willst du wissen, woher die Form deiner Hände kommt? Warum willst du jemand ähneln? Und weißt du, was du eventuell zerstörst?“
Petra Ina Lang las aus drei Kapiteln, die Mara Appelts Leben in Paris und dann den Besuch im Heimatdorf Kröv, Hauptstraße 54 behandelten. Dabei ließ sie ihrer Protagonistin viel Raum, skizzierte deren Alltag in Paris und das Vorantasten bei ihrer Suche in Kröv. „Es ist ein ständiges Abwägen: Wie viel man erfahren will? Was erwartet dich mit der nächsten Antwort?“, sagt Petra Ina Lang, deren eigene Erfahrungen vielschichtig in den Roman einfließen. Letztlich, so zeigt ihr Text, ist das Suchen nach den eigenen Wurzeln auch eine Reise zur eigenen Identität. Für die junge Mara beginnt die Suche mit einer Überraschung: Binnen fünfzehn Minuten bekommt sie zwei Brüder, zwei Schwestern, vier Neffen und Nichten. Dabei hatte sie bei ihrer Suche nur an eine Mutter und einen Vater gedacht. Das eigene Leben, die eigene Identität als das unbekannte Land, das es zu entdecken gilt – ein langer Weg, der Mara Appelt an viele Orte führt.

Nach der Pause: Ganz anders der Blickwinkel des Mannheimer Schriftstellers Walter Laufenberg. Mehr als ein Dutzend Bücher um das Thema Reisen hat er bereits geschrieben, solche mit journalistischem Blickwinkel (Denk ich an Bagdad in der Nacht; Karibik ohne Kannibalen), andere mit ethisch-kulturellem Anspruch (Hypogäum; Der gemalte Tod) und solche mit ganz persönlichen Erlebnissen (Hohe Zeit). Den ersten Teil seiner Lesung widmete er zwei Kapiteln aus „Hohe Zeit“, in dem er seine persönlichen  Erlebnisse als Reiseleiter verewigte. Humorvoll, augenzwinkernd und mit reichlich Selbstironie gewürzt, erzählte er von den ersten Italienerfahrungen und der Erkenntnis, dass Belegtickets in diesen frühen Jahren des Massentourismus (50er Jahre) bei den italienischen Beamten weit weniger Überzeugungskraft hatten als Geldscheine. Nicht weniger amüsant die Abende in der Luna-Bar in dem kleinen Dorf Sexten, in dem die stationierten den Reiseleiter Laufenberg als Anstandsdame für dessen vorwiegend weibliche Reisegruppe beanspruchte. „In all seinen Reisen“, so Laufenberg, „ging es ihm stets um die Menschen, ihre Sitten, Gebräuche, Wurzeln.“ Dies zeigte er auch im zweiten, kurzen Teil seiner Lesung, in dem er aus seinem Islandroman „Der gemalte Tod“ las und Menschen, Leben und Landschaft Islands im Jahr 1850 nachzeichnete. Die Entscheidung für „Der gemalte Tod“ war auch den Gästen Ingibjörg Hjartardottir und deren Ehemann Ragnar gewidmet, die auf ihrer Durchreise von Island nach China zur Lesung ihres alten Freundes Walter in München Station machten.

Wie geht es weiter? Im August macht die litbox2 Sommerpause. Über die weiteren Veranstaltungen informieren wir über die Website sowie auf Facebook: https://www.facebook.com/litboxzwei

Pulse for Peace, 9.6.2018 - Nachlese

 180609 Litbox2 PulseForPeace 189Verantwortet Euch! Beim vierten Themenabend gehörte die Bühne dem Pulse for Peace. Wie um 1915 Annette Kolb für die europäische Vernunft und gegen den Krieg schrieb und Erich Maria Remarque, Autor des Weltklassikers „Im Westen nichts Neues“ 1963 die Unterstützer des Kriegs entlarvte, so mahnten auch Gerald Fiebig und Ruth Eder, den Frieden nicht selbstverständlich zu nehmen.

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Immer mitten ins Herz! 12.5.18 - Nachlese

img 4 DSCF5393 bearbPassend zum gestrigen lauen Abend im Mai, dem 12.5., war die LIEBE Hauptperson in der litbox2. Dafür sorgten die Autorin Agnes Kottmann und Autor Thomas Kraft. Kraft offenbarte aus seinem Band "Jukeboxe" in einem lyrischen Kaleidoskop so manches Juwel. Wenn er selbst vor einer Jukebox stünde, würde er einen Song von John Cougar Mellenkamp wählen, verriet der Autor. Agnes Kottmann trug pfeffrig einige Passagen aus ihrem Roman vor: "Warum den Richtigen heiraten, wenn der Falsche schneller ist?“, so der Titel. Dazu gab die Autorin wichtige Hintergrundinfos, denn so leichtfüßig, wie der Stil daher kommt, ist es um das (Liebes-)Innenleben der Protagonistin nicht immer bestellt. Fotografische Impressionen von Stefanie Leschkus-Cisotta folgen an dieser Stelle in Kürze. Manche Gäste hatten es anschließend nicht sehr eilig, die litbox2 zu verlassen. Trotz schönem Maiabend:. „Die Atmosphäre gefällt mir, ich wusste gar nicht, dass es diese tolle Institution gibt.“
Das hat uns gefreut und wir werden wieder für unsere Gäste da sein. Am 9.6., 20.00 Uhr, zum Themenabend PULSE FOR PEACE. Es werden auftreten: Gerald Fiebig und Ruth Eder. Kommen Sie dazu!

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SINNFRAGEN UND VIRTUELLE WELTEN - Nachlese

Dieser Abend hat gezeigt, was Literatur alles sein kann: sinnfragend und tiefgründig wie „Zwischeneiszeit“, skurril-unterhaltsam wie der Kurzkrimi “Ewige Stille“ mit ins Jenseits klingelndem Handy von Ingeborg Struckmeyer. Oder impulsgebend wie z.B. der Blog  „Eine gute Frage“ von Ann Krombholz. Sie öffnete unseren Blick auf das Potenzial für Veränderung und scheut auch nicht den Bezug zu politischen Themen. Mit eigenem Bildmaterial in Form von ausdrucksstarken Fotos ergänzte Ann Krombholz ihren Vortrag.

Beide Autorinnen trugen höchst intensiv und mitreißend vor. Spannend waren auch die Gespräche über ihr Schreiben und ihre persönlichen Gedanken zur virtuellen Welt. Kann uns das digitale Zeitalter dazu bringen, uns neu zu erfinden? Darüber wurde unter anderem auch in der Pause rege diskutiert. Die Fotografin Stefanie Leschkus-Cisotta hat uns wieder mit ihrer Kamera begleitet. Die Bilder können Sie hier in Kürze sehen, sie erreichen uns natürlich auf dem digitalen Wege.

autoren 2018 04 14 2 

Das bietet Ihnen die litbox2 am 12.5.2018: „Immer mitten ins Herz. Die Liebe.“  Bis dahin!

Ihre
Susanne Grohs-v. Reichenbach + Franz Westner
Veranstaltende der litbox2

Stimmungen zum 14.4.2018

 DSC0124 bearb web"Sinnfragen und virtuelle Welten" hieß der Themenabend am 14. 4. 2018. Unsere Autorinnen Ann Krombholz und Ingeborg Struckmeyer begeisterten ihr Publikum und sorgten für ausgelassene Stimmung. Hier einige Bilder zum Abend.

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