Pulse for Peace, 9.6.2018 - Nachlese

 180609 Litbox2 PulseForPeace 189Verantwortet Euch! Beim vierten Themenabend gehörte die Bühne dem Pulse for Peace. Wie um 1915 Annette Kolb für die europäische Vernunft und gegen den Krieg schrieb und Erich Maria Remarque, Autor des Weltklassikers „Im Westen nichts Neues“ 1963 die Unterstützer des Kriegs entlarvte, so mahnten auch Gerald Fiebig und Ruth Eder, den Frieden nicht selbstverständlich zu nehmen.

Gerald Fiebig trug Gedichte vor aus seinem Band „nach dem nachkrieg“. Die meisten von uns, so der Lyriker, kennen nur den Frieden. Wenn die Zeitzeugen sterben, sprechen noch immer die Gebäude und andere Dokumente zum Übergang vom Krieg zum Nachkrieg. Es wurde ganz still und das Gedicht „Sommestraße. Augsburg“ packte die Gäste, zog in den Bann und spannte einen Bogen von der Schlacht an der Somme im 1. Weltkrieg (Juli - Nov. 2016) zur heutigen Sommestraße. Subtil, klar und hautnah ging es weiter mit dem Gedicht über „Die Veteranen". Das lyrische Portrait seiner Großmutter, einer Trümmerfrau, bildete den Abschluss seines Vortrags. „Er hat ganz besondere Akzente gesetzt, mit Lautstärke und Stimmführung“, sagte jemand in der Pause. Mit Liebigs Lyrik können wir uns dem Puls for Peace nicht entziehen, denn sie verbindet Geschichte und Gegenwart, schafft Verbindungen zwischen Opfern und heutigen Betrachtern, lässt Erinnerungskultur zu einer Bezugs- und Betroffenheitskultur werden. Der Leiter des Kulturhauses Abraxas in Augsburg bietet auch Rundgänge über das Gelände der ehemaligen Kaserne an. Darauf werden einige Gäste mit Sicherheit zurück kommen.

Nach der Pause: Eine Premiere! Ruth Eder las zum ersten Mal öffentlich aus ihrem Roman „Abgrund“, der zur Frankfurter Buchmesse erscheinen wird. Auch hier wurde das Publikum sofort mitgenommen in die stürmische Liebes- und Leidensgeschichte der jungen Deutschen Judith mit dem amerikanischen Kampfhubschrauber-Piloten Don. Judith erlebte 1967 ihren „Himmel“, und als ihr Mann 1971 aus dem Vietnamkrieg zurück kam, die wahre „Hölle“. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Gäste der Autorin, die mit Humor und voller treffender Details souverän diese dramatische Zeit aufleben ließ. Bei tragischen Passagen wie etwa über Dons Flashbacks legte die politisch engagierte Autorin eine ganz besondere Spannung in den Raum. Dieser Antikriegsroman soll und muss viele Menschen erreichen und auf seine zwingende Art wichtige Pulses for Peace setzen. Die Bilder des Abends werden in Kürze hier zu sehen sein. Wir danken Robin Oden für seine fotografische Begleitung.

Wie geht es weiter? Die litbox2 plant für das nächste Jahr eine Fortsetzung dieses Themas. Am 14.Juli jedoch werden zunächst unsere Gäste mit auf Reisen genommen: Zwei ganz unterschiedliche Prosawerke zu diesem Thema warten auf sie.

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